Gospelchor St. Nicolai

Lydia Uhl (z.Z. FÖJ-lerin auf dem Koppelsberg) schreibt:

Ein Wochenende voll Gesang, Begegnung und Fröhlichkeit

"Wir waren letztes Mal schon dabei, und kommen sicherlich das nächste Mal wieder", so das Resümee einer Teilnehmerin am Ende des zweiten nordelbischen Chormeetings am Koppelsberg. Sie und 270 weitere Teilnehmer aus 11 verschiedenen Chören haben drei Tage lang zusammen gelebt und gesungen, Erfahrungen ausgetauscht und neue Ideen geschöpft, neues wissen erlernt und Motivation getankt.

Den eigentliche Auftakt des Treffens bildet nach der teilweise langen Anreise und der Einquartierung der Chöre aus ganz Nordelbien der Begrüßungsabend am Freitag. (22.09.2000) Hartmut Naumann, Bildungsreferent für den Musikbereich im nordelbischen Jugendpfarramt und Hauptorganisator des gesamten Chormeetings, sowie Frie Bräsen, Schülerpastor im Jugendpfarramt, stellen abwechselnd die einzelnen Chöre vor. Fast immer können die zwei Moderatoren eine lustige Begebenheit zu jedem Chor erzählen.

So bleibt z.B. nicht unerwähnt, dass sogar ein Chorleiter seine Gitarre zum spielen falsch herum heben kann oder dass Chorsänger schon mal ihren Duschgesang bei Radio Welle Nord imitieren, um den Bekanntheitsgrad ihres Chores zu steigern. Aber nicht nur durch solchen Einsatz für den eigenen Chor, sondern gerade auch durch die Lieder, mit denen dich jeder Chor selbst präsentiert, wird die Verbundenheit der Sängerinnen und Sänger zur Musik deutlich.

Neben dem Vorstellen der Chöre ist für einen guten Ablauf der folgenden Tage auch die Bekanntgabe einiger organisatorischer Dinge wichtig, was Marion Dürer, Chorleiterin aus Neumünster, auf lockere Art und Weise zu vermitteln weis.

Gospelchor der Anschar-Kirchengemeinde NMS
Hartmut Naumann
DeKiela

Doch der Höhepunkt des Abends ist sicherlich der Auftritt von Scott Stroman, Leiter der Guild Hall Music School in London und selbst Jazzposaunist. Nachdem Hartmut Naumann den besonderen Gast des Chormeetings begrüßt und all den Sängerinnen und Sängern vorgestellt hat, gibt Scott Stroman einen kurzen, aber vor allem sehr beeindruckenden Vorgeschmack auf die gemeinsame Chorarbeit am nächsten Vormittag. Stand er gerade noch ruhig, nur mit seiner Posaune bestückt auf der Bühne, und wurde von 270 erwartungsvollen Augenpaaren angeblickt, so hat er Minuten später den gesamten Saal allein mit seinen Zeichen, seiner Gestik und seinem eigenen Gesang zum gemeinsam, harmonisch klingenden Singen gebracht. "Unglaublich, meine 30 Chormitglieder singen manchmal nach wochenlangem Üben noch nicht harmonisch zusammen, und Scott Stroman hat eben fast 300 Menschen zu solch stimmigem Gesang geleitet.", ist ein Chorleiter nach dem kurzen Auftritt des Londoners begeistert und auch die anderen Teilnehmer drücken diese Stimmung in kräftigem Applaus aus.

Mehr Zeit, um mit den Teilnehmern zu arbeiten, hat Scott Stroman am Samstag Vormittag. Wieder schafft er es, so viele Sänger und Sängerinnen zu koordinieren und vor allem ihnen etwas von dem Gospelgroove zu vermitteln. Hierfür ist Scott Stroman wichtig, dass die Sänger und Sängerinnen sich auf seine Zeichen und sonst vor allem auf ihr Gefühl und ihr Gehör verlassen. Noten oder vorherige Absprachen zu Abläufen sind dann überflüssig. Nach der gemeinsamen Arbeit stehen die drei Lieder fest, die Scott Stroman im abendlichen Konzert mit allen Chören singen wird. Doch bis dahin haben die Teilnehmer noch die Möglichkeit, an einem der sieben parallel verlaufenden Workshops teilzunehmen. Von "Percussion" mit wild rhythmischen Trommelschlägen bis "Neues geistliches Lied" mit ruhigeren Gesängen, von "Stimme und Körper"" mit meditativen Übungen zur Selbstwahrnehmung bis "Geschichte von Gospel und Spiritual" mit Rückblicken auf Ursprung und Geschichte der Gospelmusik, können viele Interessensbereiche der Sänger und Sängerinnen abgedeckt werde.

Scott Stroman
Lockerungsübungen beim Workshop
Maren Wassermann aus Bad Bramstedt
Scott Stroman

Und dann ist es soweit: Nach etlichen Vorbereitungen, Soundchecks und Stellproben ziehen Scott Stroman und die ca. 280 Sänger und Sängerinnen des nordelbischen Chormeetings mit ruhigem Gesang und Trommelschlägen in die vollbesetzte Plöner Nikolaikirche ein. Ähnlich wie am Begrüßungsabend führen Hartmut Naumann und Frie Bräsen durch den Abend und stellen die Chöre vor. Doch hat das ganze eine feierlichere Stimmung in diesem Rahmen und bei so vielen Zuschauern. Die Chöre bieten ein bunt gemischtes Programm, das viele ältere Gospels aber auch modernere Lieder, Jazzstücke und sogar ein deutschsprachiges Lied beinhaltet. Außerdem ist jeder einzelne Chor für sich sehr individuell, sein Auftreten, seine Besetzung mit jungen oder älteren SängerInnen und seiner Choreographie. Und trotzdem, im Schlußchor mit Scott Stroman vereinigen sich all die unterschiedlichen Gruppen zu einer Einheit und lassen in gemeinsamer Kraft dem Publikum ihre Freude am Singen zuteil werden. Ein sehr beeindruckender und mitreißender Abschluß des zweistündigen Gospelkonzerts.

Nachdem der Auftritt nun vorbei und somit jegliche Aufregung verflogen ist, kann nichts mehr von einer gemeinsamen und ausgelassenen Feier in der "Blue Note"-Bar abhalten. Bis in die frühen Morgenstunden lassen die SängerInnen den erlebnisreichen Tag mit viel Gesang und Fröhlichkeit ausklingen.

Gospelchor Steinbergkirche
Schlussandacht mit Scott Stroman

Und dann heißt es schon fast wieder Abschied nehmen. Nach einem ausgiebigen Frühstück treffen alle Teilnehmer des zweiten nordelbischen Chormeetings noch einmal in der Koppelsberger Kapelle zusammen, wo sie in einer Gospelandacht unter der Leitung von Scott Stroman noch eimal den Gospel aufleben lassen. Die Kapelle wird für eine Stunde noch mal mit dieser unwahrscheinlich Lebensfrohen Stimmung gefüllt und Frie Bräsen erzählt in dieser Atmosphäre ganz passend die Geschichte von Jakob und der Himmelsleiter. Er beschriebt die Himmelsleiter als Symbol dafür, dass es noch lange nicht Zeit ist, sich mit dem Leben und der Welt abzufinden. "Es lohnt sich zu kämpfen und immer wieder neue Stufen zu besteigen", so das Resümee der Geschichte.

 

Nachdem Frie Bräsen allen HelferInnen für die große Unterstützung, Scott Stroman für seinen Besuch und Auftritt, aber an dieser Stelle vor allem auch mal Hartmut Naumann für all seine Arbeit und sehr gute Organisation während und auch schon Monate vor dem Chormeeting, gedankt hat, machen sich die Teilnehmer dann auch mit vielen neuen Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck auf den Heimweg.